Paul Schrader thoughts

Ausbruch und Freiheit der Kunst: so würde ich meine Malerei beschreiben. Diese Leitbilder beeinflussen alle meine Werke. Früh fand ich zur Malerei, aber anstatt Bildende Kunst zu studieren, promovierte ich in amerikanischem und europäischem Kartellrecht und arbeitete über sechs Jahre in einer britischen Großkanzlei.

Der innere Drang zur Kunst jedoch blieb bestehen. Um aus dem Alltag eines Rechtsanwalts auszubrechen, schaffte ich mir die Welt der Kunst, in der es keine Grenzen gibt. Insbesondere die abstrakte Malerei kennt seit jeher kein Richtig und Falsch, sie ist viel mehr Intuition und Freiheit von Darstellung und damit das genaue Gegenteil von dem faden Büroalltag, der so typisch für meine Generation ist.

„Die Kunst ist tatsächlich nicht zu erlernen – ganz genau wie die schöpferische Arbeit und Erfindungskraft in der Wissenschaft oder in der Technik nicht gelehrt oder gelernt werden kann.“  (Wassily Kandinsky)

Intensive Farben und deren Zusammenspiel auf der Leinwand bestimmen mein Werk. Ein dynamischer Farbauftrag ermöglicht es, dass die Farben anfangen zu schweben, eigene Formen annehmen: Obwohl der Moment des Farbauftrags längst vergangen ist, wirkt die Bewegung bis ins das Jetzt hinein. Die feinen Farbnuancen verschmelzen bei näherem Blick mit zarten Tönen. Farbtupfer, die wie verblasste Blumen auf der Leinwand haften, eröffnen für den Betrachter neue Gedankenspielräume.

Ich verkehre die figurative Malerei ganz ins Abstrakte und zugleich bleiben Leerstellen, genau diese Spielräume faszinieren mich. Meine Bilder haben nicht den Anspruch, eine Wahrheit zu erzählen, vielmehr soll der Betrachter auf einer sinnlichen Ebene berührt werden und ein Gefühl evozieren, ähnlich wie bei dem Hören einer Melodie. So entsteht eine Beziehung zwischen Betrachter und Kunstwerk, losgelöst von Theorien, materiellen Dingen oder Wahrheiten.

„Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehen.“ (Friedrich Nietzsche)

Der Ausbruch, die Explosion der Farben und die Freiheit stecken aber nicht nur in meinen Werken, vielmehr verließ ich nach sechs Jahren die Kanzlei, um mich vollständig der Kunst zu widmen und an keine Grenzen mehr gebunden zu sein, für die Freiheit der Kunst, kurz um auszubrechen.